Historische Handwerkskunst

Gravieren

Gravieren ist seit jeher eine Kunst und so alt wie die Menschheit selbst. Seit der Mensch Schneidewerkzeuge entdeckte, hat er diese genutzt, um Verzierungen an Schmuck und Gebrauchsgegenständen anzubringen. Die Evolution des Gravierens begann lange bevor der Mensch anfing, die Zeit zu messen. Im Lauf der Geschichte wurden die Gravuren immer vielfältiger und raffinierter.

Albrecht Dürer verhalf mit seinen Kupferstichen und Holzschnitten dem Gravurhandwerk im 16. Jahrhundert zu einer neuen Blütezeit. Mit denselben Werkzeugen wie Dürer kreiert Jochen Benzinger heute noch, als einer von wenigen Spezialisten der Gravurkunst, handwerkliche Meisterwerke mit historischer Seele.

Guillochieren

Guillochieren ist die Weiterentwicklung des königlichen Handwerks “Kunstdrechseln”. Aus den Drechselmaschinen entwickelten Uhrenkünstler die wunderschönen Guillochiermaschinen, mit denen auch Abraham Louis Breguet seine einzigartigen, typischen Zifferblätter geschnitten hat. Handguillochierte Zifferblätter sind in ihrer edlen Erscheinung heute noch immer unübertroffen. Diese seltene, historisch bedeutungsvolle Handwerkskunst findet man in allen Werken und Uhrenunikaten von GRIEB & BENZINGER wieder.

Skelettieren

Skelettieren ist eine Veredelungsmethode, um geschlossenen Uhrwerken einen neuen, individuellen Charakter zu verleihen. Teile des Uhrwerks werden mittels einer Goldschmiedesäge entfernt, um den direkten Blick in und durch das mechanische Uhrwerk zu offenbaren. Der Blick auf das Uhrwerk wird in allen Modellen durch einen Saphirglasboden ermöglicht.

Breguet Frosting

Abraham Louis Breguet, einer der größten Uhrmacher aller Zeiten, ist einmal mehr die Inspiration für das Frost-Finish unserer Zifferblätter. Genau wie im späten 18. sowie frühen 19. Jahrhundert wird die Zifferblattoberfläche mit Hilfe einer Kombination aus Oxidation mittels offener Flamme sowie einer speziellen Säuremischung behandelt. Das Ergebnis ist eine silbrig-weiße Oberfläche, die an „Frost“ erinnert. Daher der Name Breguet-Frost.

Der Frost diente als Oberflächenversiegelung des Silberzifferblattes zum Schutz vor Oxidation (Anlaufen des Silbers). Der faszinierende silber-weiße Farbton ist für Kenner ein Augenschmaus, der selbst mit Hilfe modernster galvanischer Methoden nie  erreicht werden konnte …

Heute wird der Original Breguet-Frost nur noch bei GRIEB & BENZINGER angewendet.

Restauration

Früher wurden Uhren für die Ewigkeit gebaut. Sie wurden vom Vater an den Sohn und weiter an den Enkel vererbt. So wanderten feine Uhren durch Generationen von Familien. Doch die Zeiten änderten sich und mit den Traditionen dieser Generationen verschwand auch das Wissen um die Handwerkskunst, die ein Uhrmacher beherrschen muss, um solche Uhren am Leben zu halten.

Viele dieser feinen Uhren liegen heute funktionslos und unbeachtet in Schubladen, da die modernen Uhrmacher nicht über das Wissen und die Erfahrung verfügen, Ersatzteile für derartige Uhren – meist Einzelstücke – zu fertigen. Hier fängt die faszinierende Arbeit der Restaurationsspezialisten an, die eben jenes alte Wissen des Uhrmacher-Kunsthandwerks bewahren und praktizieren, wodurch sie in der Lage sind auch das allerkleinste fehlende oder defekte Teil einer historischen Uhr ohne jedweden Bauplan zu rekonstruieren. Es gibt heute nur noch wenige versierte Uhrmacher, die die Kunst beherrschen, einer historischen Uhr wieder Leben einzuhauchen. Einer dieser wenigen Uhrmachermeister, deren Herz im Takt mit der Uhrenfrequenz schlägt, ist Hermann Grieb.